Unsere nächsten Termine

 

Münchner Erzählcafe 2019/2

20 Jahre Münchner Erzählcafe - Der Film

Senioren/-innen

Nie war die Vielfalt der Lebenssituationen von Menschen in der nachberuflichen Zeit größer als heute – und damit auch die Wünsche nach Bildung und Weiterlernen. Das Münchner Bildungswerk bietet dazu ein großes Spektrum an unterschiedlichen Veranstaltungen. Die thematische Vielfalt orientiert sich an den Interessen und Bedarfen von Seniorinnen und Senioren und ist deshalb „bunt wie das Leben“.

 

16. November 2019, 15.00 Uhr

Michael Proksch
Und plötzlich waren wir Verbrecher - Geschichte einer Republikflucht

Im Sommer 1983 unternahm Michael Proksch, geb. 1958, mit seiner Schwester und Freunden einen Fluchtversuch aus der DDR. Die vier wollten während einer Ferienreise in "sozialistische Bruderländer" zu Fuß über die Grenze, - aber sie wurden abgefangen, der Stasi übergeben und zu längeren Gefängnisstrafen verurteilt.
Nach 18 Monaten kaufte die Bundesrepublik sie frei. Michael Proksch kam direkt aus dem Gefängnis in die Bundesrepublik, wo er ein neues Leben beginnen konnte. Er studierte Klavier an der Musikhochschule in Dresden und ist heute freiberuflicher Komponist und Pianist in München. Michael Proksch berichtet von seinen Erfahrungen in der DDR, seinen Gründen für den Fluchtversuch und dem Neuanfang im Westen.

07. Dezember 2019, 15.00 Uhr

Eva Kreling
Frei und eigenständig als Frau - Ein Leben voller Gestaltungsmöglichkeiten und Unsicherheiten

Eva Kreling, geprägt durch die 68er Jahre, zog mit 17 Jahren von zu Hause aus, lebte in einer WG, reiste alleine durch Indien und wanderte auf die Philippinen aus. In Abgrenzung von der Eltern-Generation, ging es ihr darum, sich kreativ und kämpferisch für sich und andere einzusetzen.
Seit 1980 in München arbeitete sie in selbstgeschaffenen Initiativen und schuf neue Strukturen. Es entstanden innovative Projekte wie Eltern-Kind-Gruppen, Qualifizierungsmöglichkeiten für Arbeitslose sowie Selbsthilfestrukturen, die heute feste Institutionen sind. Voller Arbeitseinsatz bis zur Selbstausbeutung, der Verzicht auf Geld und Sicherheit, aber auch die Eigenständigkeit und Freiheit im Beruf und im Privaten prägten ihr Leben. Auf die Entwicklung rückblickend hat Eva Kreling eine Biografie geschrieben.

18. Januar 2020, 15.00 Uhr

Marianne Schmidthuber
Kelim Händlerin und Reiseveranstalterin "Wie das Schicksal so spielt"

Marianne Schmidthuber wurde 1953 in einem Altenheim geboren. So ungewöhnlich wie der Start, setzte sich das Leben fort. Als Sechsjährige beschloss sie, ferne Länder zu besuchen und stellte sogar einen Finanzierungsplan auf. 16 Jahre später ging es auf Weltreise. Nichts lässt sich im Leben wirklich planen und so endete der Trip in Afghanistan, wo sie für ein halbes Jahr blieb.
Mit ihrem späteren Freund fuhr sie dann in einem Renault F6, der als Wohnmobil ausgebaut war, in den Maghreb. Schon bei der Anfahrt schlug das Schicksal zu. Was erstmal wie eine Katastrophe aussah, zeigte sich später als wegweisende Chance. Aus diesem Ereignis entwickelte sich die Liebe zu Kelims, den gewebten Teppichen. Seitdem veranstaltet sie jährlich eine Kelim-Ausstellung mit Kulturprogramm. Die Begeisterung für Reisen ist geblieben und mit Freude bringt sie kleine, individuelle Gruppen in interessante Länder.